James Blake mit “James Blake”

>| Skip Next. Der erste Track „Unluck“ des Albums ist nämlich eher suboptimal als Opener gewählt. Beginnen wir lieber mit Track Nummer 2 beim ersten Hören. Es ist bestimmt keine leichte Kost, im Sinne von Pop was den geneigten Hörer dann auf diesem ersten Longplayer von James Blake erwartet. Keine Musik für Zwischendurch, sondern Musik welche die ungeteilte Aufmerksamkeit und Hörbereitschaft des Konsumenten erwartet, ja sogar voraussetzt.

Das klassische Stereodreieck, ein dunkler Raum und eine möglichst gute Wiedergabekette mit reichlich Reserven im Bassbereich versetzen den Hörer dann in eine andere Welt. Versprochen! Eine neue Welt, nämlich in die Musikwelt von James Blake. Sein Verständnis für Klang, Harmonie und Rhythmik ist pures Hörglück. Beim 5. Titel „Lindisfarne II“ beispielsweise bekommt er den digitalen Blues. Verspielt, ein wenig verstört im positiven Sinn und obendrauf noch mit einer Prise musikalischem Humor. Die Umschreibung „Brian Wilson im Kraftwerk“ trifft es hier sehr gut. Vor den Blues hat er aber die Geduld und das Verstehen gesetzt. Bei Track Nr. 4 „Lindisframe I“ wird man nach mehrmaligem Hören die Breaks zwischen dem Acapella-Vocodergesang nicht mehr als zu lange empfinden, sondern damit beginnen diese vom Komponisten gewollten „Pausen“ zu genießen.

Sämtliche Titel dieser CD fordern beim Zuhören, dursten nach Aufmerksamkeit, geben dann aber alles wieder in Form von Klang gewordenem Hörglück zurück.

Herrlich unverdorben und unbeeinflusst nämlich macht sich Blake daran, seine ganz eigene musikalische Welt zu erschaffen. Von der tonalen Selbstbefriedigung hin zur „Music for the masses“. Hoffentlich erreicht dieses Album möglichst viele Ohren, Herzen, Zwerchfelle und Seelen.

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